Sie werden Reaktionen erleben. Oft unerwartete. Nicht erst, nachdem Sie Trennungsabsicht, die Trennungsbotschaft ausgesprochen haben. Es beginnt, lange bevor es beginnt.
Also machen Sie sich Gedanken. Über den eigenen Standpunkt und über mögliche Antworten. Bevor die entsprechenden Fragen oder Anwürfe bei Ihnen ankommen.
Aus weichen Faktoren werden harte Fakten
Denn je häufiger Sie mit „ähh…“ antworten oder gar dumm-aggressiv die Situation dramatisch verschärfen, desto sicherer sind scharfe Eskalation und Schäden zu erwarten. Menschliche und wirtschaftliche.
Be prepared!
Dies ist ein weiterer Baustein aus den Workshops „Trennungsgespräche fair, wirksam, menschlich: Sie können vieles richtig machen!“
Dort hieß die Übung „Mini-Simulator“, weil im Prinzip nur eine schnelle Frage-Antwort-Runde war. Hier zeigte sich alles. Immer wieder konnten wir bei dieser Aufgabe mauloffene Sprachlosigkeit, verlegenes lautes Lachen, völlig deplazierte Witze oder arrogantes Wegschmettern live erleben.
Oder eben gute, konstruktive, weiterführende, Boden bereitende konsequente und mitfühlende Antworten aus dem Mund versierter und vorbereiteter Führungskräfte.
Was können Sie sagen, wenn…
Der Mini-Sim bewegt sich auf mehreren Flughöhen.
Sie finden hier eine Sammlung von Fragen, Anmerkungen, Provokationen, Sprüchen, Verzweiflung. Erfinden musste ich keine davon, nur notieren.
Ganz bewusst schlage ich keine weiteren Antworten vor. Es geht hier nicht um Vokabel-Lernen.
Die Führungskraft im Selbstgespräch,
wenn Trennungen anstehen und Ihnen klar wird, vor welcher Aufgabe Sie da stehen. Wundern Sie sich bitte nicht, wenn dieselben Fragen weiter unten erneut auftauchen.
Vor dem Gespräch,
wenn zum Beispiel jemand Eingeweihtes bei einer zufälligen Begegnung oder vorab auf dem Gang angesprochen wird, bevor der eigentliche Termin stattfindet. Hier falsch reagieren kann zur Folge haben, dass z.B. Ihr Trennungsgespräch auf dem Flur, womöglich vor Publikum, in ganz wenigen Augenblicken läuft. Und sicher misslingt.
Im Trennungsgespräch selbst
Oft geschieht genau das Unerwartete. Ruhige Menschen rasten aus, vermeintliche Choleriker schauen wortlos durch Sie hindurch und sagen gar nichts mehr.
Es gibt eine Palette von emotionalen Reaktionen, keine davon sollte Sie hilflos oder sauer machen.
Am Tag danach
kommen Fragen oder Bemerkungen, gerichtet an die Gesprächsführenden und auch an Personen, die nicht dabei waren.
Völliges Desaster beispielsweise ist garantiert, wenn die direkte Führungskraft weder informiert noch involviert war.
An den Betriebsrat,
der ebenfalls zwischen allen Stühlen sitzt. Und gerade jetzt eine absolut relevante Rolle innehat und maßgeblich beeinflusst, wie Trennungen verlaufen.
Aus dem Team,
von Personen, die (noch) nicht auf Trennung angesprochen wurden. Teams reagieren auf vielfältige Weise. Gut möglich, dass einerseits nach oben gefunkt wird „schaff hier endlich Ordnung!“, dass versucht wird, KollegInnen loszuwerden oder zu bewirken, dass der Kelch an mir vorbeigeht. Aber auch das Gegenteil wird beobachtet: Solidarität. Ich hörte von einem Team, das komplett kündigte, nachdem ein Mitglied verabschiedet wurde. Der Firma entstand ein Schaden, der nicht wieder gutzumachen war.
Chef an ChefChef
Wenn Führungskräfte und ihre ihre Directs nicht abgestimmt oder uneins sind, bleiben Katastrophen unvermeidlich. Auch hier braucht’s präzise Vorbereitung. Wo ist Unterstützung angesagt, welche Voraussetzungen sind unabdingbar, welche Zweifel und Unsicherheiten können beseitigt werden – und wie.
Be prepared!
Und sprecht Euch ab. Redet darüber, was funktioniert hat, was noch nicht und was darob nun zu tun ist.























