Trennungskultur und Trennungs-Gespräche FAQ

Trennungskultur und Trennungs-Gespräche, das sind keine geheimen Wissenschaften und auch keine Themen, die ausschließlich von Experten beleuchtet werden sollten. Der professionelle Umgang mit Trennungen ist viel mehr ein elementarer Bestandteil von Führungs- und Personalarbeit.

Und dennoch tauchen immer wieder ähnliche Fragestellungen auf, von denen ich einige hier kurz beleuchte. Vielleicht finden Sie sich (oder Ihre Leute) wieder, vielleicht mögen Sie mit mir Ihre sehr konkreten Fragen diskutieren? Oder Sie möchten, dass ich andere Fragen hier an dieser Stelle aufgreife? In beiden Fällen bitte hier anfunken.

Trennungskultur und Trennungs-Gespräche FAQ

Trennungsgespräche professionell führen – dazu braucht es Traute und Tools. Meinen Sie, dass es auch heute noch vielen Führungskräften, HR-Experten und Managern daran ermangelt?

Obwohl man beides relativ leicht verbessern kann – ja. Da ist noch viel zu tun.

Woher wissen Sie das?

Ich habe zugehört. Zehn Jahre lang den Betroffenen als Outplacement-Berater und zehn Jahre lang den Führungskräften. Da war ich Moderator von Workshops, deren Teilnehmer_innen einen wichtigen Schritt bereits unternahmen: Sie haben aktiv am Thema gearbeitet.

Über Trennungskultur kann ich jetzt allerorten etwas erfahren, lesen, hören.

Das ist gut so. Je breiter beleuchtet, je mehr diskutiert, desto höher die Chance, dass Trennungen und Kündigungen fair, wirtschaftlich und angemessen schnell verlaufen, so dass die Akteure und Betroffenen sich bald wieder auf das fokussieren können, was sie voran bringt. Auch deshalb habe ich am Handbuch „Trennungs-Kultur“ mitgearbeitet.

Trennungs-Kultur: Das Buch zum Thema
Trennungskultur und Trennungs-Gespräche: Das Buch zum Thema

Was ist bahnbrechend neu an der modernen Trennungskultur?

Nichts, Hype und Sensationen sind aber auch nicht nötig. Die Tools und Techniken sind oft bekannt und teilweise sogar simpel in ihrer Logik. Das ist wie in der Musik: Alle Töne gibt es schon, die geschickte Kombination macht das Besondere aus.

Beispiel?

Gerne. Die Empfehlung: „Bei heiklen Botschaften schnell auf den Punkt kommen!“ ist geläufig. Und doch berichten Betroffene vom erschreckenden Gegenteil: Da stottern, stammeln und parlieren die Chefs herum, statt das Wort „Trennung“ auszusprechen. Das geht besser.

Ein typischer Fehler?

Da gibt es etliche. Nehmen wir einen besonders fatalen… Sagen Sie nie: „Ich weiß, wie es Ihnen jetzt geht“! Sie wissen es nicht. Gut wäre, wenn Sie zumindest wüssten, wie es Ihnen selbst in diesem Moment geht. Dann wären Sie vor derartiger Hellseherei gefeit.

Man kann Trennungen gut machen? Ohne Schmutzwäsche, ohne Eklat?

Aber ja.

Sagen Sie mal in kurzen Worten, wie es geht.

Kurz, wie es geht… ?! Allzu kurze, einfache Rezepte, Regeln oder auswendig gelernte Rituale sind nicht dienlich. Wohl aber individuelle Rhetorik für heikle Themen. Sowie Entscheidungsbäume für die Vorbereitung und für unterwegs, während der Durchführung: „Was, wenn…?“

Verfügen Sie über solche Algorithmen, über ein Baukastensystem mit klaren Handlungsanweisungen?

Ja klar.

Trennungskultur-Algorithmus
Trennungskultur und Trennungs-Gespräche: Auszug aus dem Algorithmus

 

Was also, wenn mir jemand im Gespräch ausrastet…

Seien Sie froh, wenn das in Ihrem Büro passiert. Das ist weit besser als mit Tempo 220 auf seinem Heimweg. Und seien Sie vorbereitet – vor allem auf Ihre eigene Reaktion.

… mich anschreit, bedroht, emotional laut wird?

Für viele Gesprächsführer ist deutlich schwieriger zu ertragen, wenn jemand verstummt, erstarrt, schweigt.

Naja, so dramatisch wird es schon nicht sein. Und man sagt doch:  „Hunde, die bellen, beißen nicht.“

Sollte jemand ankündigen, sich selbst oder anderen Schaden zuzufügen, so ist dieser Spruch mit den bellenden Hunden ein strohdummer und fahrlässig falscher! Hier gilt: Professionelle Hilfe suchen, Vorsorge treffen. Ansprechpartner vorab eruieren, Experten hinzu nehmen, Kontaktdaten für Notfälle und Info-Kaskaden vorbereiten.

Und wenn das Schlimme dann doch geschieht?

Dann brauchen die Betroffenen, die Angehörigen und vermutlich auch Sie als Gesprächspartner, als Führungskraft, als HR-Profi, als Betriebsrat, als Kollege/in professionelle Hilfe.

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Entscheide Dich und dann mache es gut.